Bauschaden-Atlas Naila

Welche Bauschäden auftreten, hängt in Naila stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Naila dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.

Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.

Bauepochen und Schäden in Naila im Überblick

StadtteilBauepocheBausubstanzHäufigster Schaden
Kernstadt mit AltstadtWiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1862, Gründerzeit und Industrialisierung, Wohnbau der NachkriegszeitDer Kern liegt um den Marktplatz mit der Stadtkirche St. Veit. Wegen der häufigen Brände, zuletzt des großen Brandes von 1862, stammt die Bausubstanz weit überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Verputzte Massivbauten mit Bruchsteinsockeln aus Schiefer und Diabas, viele Dächer und Wetterseiten mit Schiefer gedeckt oder verschalt. Dazu kommen Fabrik- und Verwaltungsbauten der Schuh- und Textilindustrie sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte.Undichte und abgängige Schieferdeckungen auf Dach und Wetterseite, weil Haken und Nägel durchgerostet sind und Platten fehlen
MarlesreuthHandweberhäuser und dörfliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung1978 eingegliedert. Der Ort war ein Zentrum der Handweberei, davon zeugt das historische Weberhaus, eines der ältesten erhaltenen Privathäuser des Orts. Bestimmend sind kleine, niedrige Wohnhäuser mit Bruchsteinsockeln, verputzten oder holzverschalten Obergeschossen und schiefergedeckten Dächern, dazu Hofstellen und Scheunen. Am Ortsrand stehen Wohnhäuser der Nachkriegszeit.Schwellen- und Balkenfäule an den Holzkonstruktionen der alten Weber- und Wohnhäuser, oft verdeckt unter jüngeren Verkleidungen
MarxgrünBahn- und Industriebauten des späten 19. Jahrhunderts, dörflicher Bestand, Wohnbau der Nachkriegszeit1978 eingegliedert, Gemarkung am Eingang zum Höllental. Der Ort war Eisenbahnknoten, davon zeugen Bahn- und Gewerbebauten. Daneben stehen dörfliche Wohnhäuser mit Bruchsteinsockeln, Schieferdeckung und teils holzverschalten Giebeln sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte.Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Bahntrasse und der Durchgangsstraßen
HölleBebauung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entlang der TalstraßenKleines Dorf am oberen Ende des Höllentals, Gemarkung Marxgrün, bekannt für seine Sauerbrunnen und Mineralwasserquellen. Der Ort umfasst rund 30 Gebäude, die an Humboldtstraße und Höllentalstraße liegen. Die Bebauung steht in der engen, feuchten Talsohle der Selbitz, mit Bruchsteinsockeln, verputzten oder holzverschalten Obergeschossen und schiefergedeckten Dächern.Dauerhaft hohe Bauwerksfeuchte durch die enge, schattige und kühle Talsohle, in der Fassaden kaum abtrocknen
CulmitzLändliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere WohnhäuserEigene Gemarkung im Osten des Stadtgebiets, landwirtschaftlich geprägt. Bestimmend sind Hofstellen mit Wohnstallhäusern, Scheunen und Stadeln, gebaut aus Bruchstein mit hölzernen Tragwerken, Dächer und Wetterseiten mit Schiefer gedeckt. Dazu kommen wenige Wohnhäuser jüngeren Datums.Fäulnis an Sparrenfüßen, Schwellen und Traufbereichen der kaum noch unterhaltenen Wirtschaftsgebäude
LippertsgrünDorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren1978 eingegliedert, eigene Gemarkung im Westen des Stadtgebiets. Gewachsener Dorfkern mit verputzten Bruchsteinbauten, schiefergedeckten Dächern und ehemaligen Hofstellen, am Rand Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise.Schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten in der exponierten Höhenlage des Frankenwalds, in der Folge Putzrisse und Hohlstellen

Die Stadtteile im Einzelnen

Welche Bauschäden sind in Kernstadt mit Altstadt typisch?

In Kernstadt mit Altstadt dominiert Der Kern liegt um den Marktplatz mit der Stadtkirche St. Veit. Wegen der häufigen Brände, zuletzt des großen Brandes von 1862, stammt die Bausubstanz weit überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Verputzte Massivbauten mit Bruchsteinsockeln aus Schiefer und Diabas, viele Dächer und Wetterseiten mit Schiefer gedeckt oder verschalt. Dazu kommen Fabrik- und Verwaltungsbauten der Schuh- und Textilindustrie sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1862, Gründerzeit und Industrialisierung, Wohnbau der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist undichte und abgängige Schieferdeckungen auf Dach und Wetterseite, weil Haken und Nägel durchgerostet sind und Platten fehlen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Undichte und abgängige Schieferdeckungen auf Dach und Wetterseite, weil Haken und Nägel durchgerostet sind und Platten fehlen
  • Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen in den Bruchsteinsockeln des Wiederaufbaus nach 1862, weil eine Horizontalsperre fehlt
  • Asbesthaltige Faserzementplatten, die in der Nachkriegszeit als Ersatz für schadhafte Schieferdeckungen aufgebracht wurden
  • Fäulnis an den Balkenköpfen der Holzbalkendecken dort, wo sie in feuchtem Außenmauerwerk der Gründerzeitbauten auflagern

Postleitzahl 95119.

Welche Bauschäden sind in Marlesreuth typisch?

In Marlesreuth dominiert 1978 eingegliedert. Der Ort war ein Zentrum der Handweberei, davon zeugt das historische Weberhaus, eines der ältesten erhaltenen Privathäuser des Orts. Bestimmend sind kleine, niedrige Wohnhäuser mit Bruchsteinsockeln, verputzten oder holzverschalten Obergeschossen und schiefergedeckten Dächern, dazu Hofstellen und Scheunen. Am Ortsrand stehen Wohnhäuser der Nachkriegszeit. aus der Zeit Handweberhäuser und dörfliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnbebauung. Der häufigste Schaden ist schwellen- und Balkenfäule an den Holzkonstruktionen der alten Weber- und Wohnhäuser, oft verdeckt unter jüngeren Verkleidungen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schwellen- und Balkenfäule an den Holzkonstruktionen der alten Weber- und Wohnhäuser, oft verdeckt unter jüngeren Verkleidungen
  • Durchfeuchtete Holzverschalungen der Wetterseiten, weil dahinter keine Hinterlüftung mehr funktioniert und Feuchte eingeschlossen wird
  • Fehlende Horizontalsperre in den niedrigen Bruchsteinsockeln, in der Folge feuchte Innenwände in den Erdgeschossen
  • Befall der ungeheizten Dachstühle und Scheunen durch Hausbock und Nagekäfer

Postleitzahl 95119.

Welche Bauschäden sind in Marxgrün typisch?

In Marxgrün dominiert 1978 eingegliedert, Gemarkung am Eingang zum Höllental. Der Ort war Eisenbahnknoten, davon zeugen Bahn- und Gewerbebauten. Daneben stehen dörfliche Wohnhäuser mit Bruchsteinsockeln, Schieferdeckung und teils holzverschalten Giebeln sowie Wohnbebauung der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Bahn- und Industriebauten des späten 19. Jahrhunderts, dörflicher Bestand, Wohnbau der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Bahntrasse und der Durchgangsstraßen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Erschütterungsrisse an Gebäuden entlang der Bahntrasse und der Durchgangsstraßen
  • Feuchte Keller und durchnässte Sockel in der Talsohle der Selbitz, wo der Grundwasserstand hoch steht
  • Gealterte Schieferdeckungen und schadhafte Kehlen und Traufanschlüsse an Wohn- und Nebengebäuden
  • Altlastenverdacht auf bahn- und gewerbenahen Grundstücken, weshalb vor Bauvorhaben Bodenuntersuchungen angezeigt sind

Postleitzahl 95119.

Welche Bauschäden sind in Hölle typisch?

In Hölle dominiert Kleines Dorf am oberen Ende des Höllentals, Gemarkung Marxgrün, bekannt für seine Sauerbrunnen und Mineralwasserquellen. Der Ort umfasst rund 30 Gebäude, die an Humboldtstraße und Höllentalstraße liegen. Die Bebauung steht in der engen, feuchten Talsohle der Selbitz, mit Bruchsteinsockeln, verputzten oder holzverschalten Obergeschossen und schiefergedeckten Dächern. aus der Zeit Bebauung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts entlang der Talstraßen. Der häufigste Schaden ist dauerhaft hohe Bauwerksfeuchte durch die enge, schattige und kühle Talsohle, in der Fassaden kaum abtrocknen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Dauerhaft hohe Bauwerksfeuchte durch die enge, schattige und kühle Talsohle, in der Fassaden kaum abtrocknen
  • Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden der an den Talflanken stehenden Häuser
  • Algen-, Moos- und Flechtenbewuchs auf Dächern, Schieferflächen und Nordfassaden mit nachfolgender Durchfeuchtung
  • Feuchte Keller und Sockel durch Hochwasser und Starkregenabfluss aus dem Selbitztal

Postleitzahl 95119.

Welche Bauschäden sind in Culmitz typisch?

In Culmitz dominiert Eigene Gemarkung im Osten des Stadtgebiets, landwirtschaftlich geprägt. Bestimmend sind Hofstellen mit Wohnstallhäusern, Scheunen und Stadeln, gebaut aus Bruchstein mit hölzernen Tragwerken, Dächer und Wetterseiten mit Schiefer gedeckt. Dazu kommen wenige Wohnhäuser jüngeren Datums. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist fäulnis an Sparrenfüßen, Schwellen und Traufbereichen der kaum noch unterhaltenen Wirtschaftsgebäude. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Fäulnis an Sparrenfüßen, Schwellen und Traufbereichen der kaum noch unterhaltenen Wirtschaftsgebäude
  • Aufsteigende Feuchte in den Bruchsteinsockeln der Wohnstallhäuser, verstärkt durch dichte Zementputze
  • Undichte, in Teilen abgängige Schieferdeckungen mit Wassereintritt in Dachstuhl und Deckenbereiche
  • Feuchte- und Wärmeschutzmängel bei der Umnutzung von Stall- und Scheunenteilen zu Wohnraum

Postleitzahl 95119.

Welche Bauschäden sind in Lippertsgrün typisch?

In Lippertsgrün dominiert 1978 eingegliedert, eigene Gemarkung im Westen des Stadtgebiets. Gewachsener Dorfkern mit verputzten Bruchsteinbauten, schiefergedeckten Dächern und ehemaligen Hofstellen, am Rand Ein- und Zweifamilienhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise. aus der Zeit Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbau ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten in der exponierten Höhenlage des Frankenwalds, in der Folge Putzrisse und Hohlstellen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:

  • Schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten in der exponierten Höhenlage des Frankenwalds, in der Folge Putzrisse und Hohlstellen
  • Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an den Fensterlaibungen
  • Versprödete Bitumenanstriche als einzige Kellerabdichtung bei den Häusern aus den 1960er und 1970er Jahren
  • Schäden durch Schneelast und Eisbildung an Traufen, Kehlen und Dachanschlüssen in schneereichen Wintern

Postleitzahl 95119.

Was die Bausubstanz von Naila prägt

  • Naila liegt im Frankenwald auf rund 512 Metern. Schlagregen, lange Frostperioden und hohe Schneelasten sind die bestimmenden klimatischen Belastungen für die Gebäudehülle.
  • Schiefer ist der regionale Baustoff: als Dachdeckung und als Verkleidung der Wetterseiten. Alte Deckungen versagen selten am Stein selbst, sondern an durchgerosteten Haken und Nägeln, an Kehlen und an den Anschlüssen.
  • Holzverschalte Fassaden sind im Frankenwald verbreitet. Wenn die Hinterlüftung durch spätere Dämmung oder dichte Anstriche unterbunden wird, staut sich die Feuchte hinter der Schalung und die Holzkonstruktion fault unbemerkt.
  • Wegen der häufigen Stadtbrände, zuletzt 1862, ist die Bausubstanz der Kernstadt vergleichsweise jung, überwiegend 19. und frühes 20. Jahrhundert, und wurde ohne wirksame Horizontalsperre errichtet.
  • Der Untergrund gehört zum Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge. In den engen Tälern von Selbitz und Ludelbach stehen Keller und Sockel dauerhaft unter hoher Bodenfeuchte, an den Talflanken kommt drückendes Hangwasser dazu.

Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet

Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.

Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.

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